Für wen
Fertigungsbetriebe der Metallverarbeitung (Zerspanung, Umformung, Stahlbau), die in die Panzerstahlverarbeitung einsteigen wollen: Geschäftsführung, Werkleitung, Arbeitsvorbereitung, Meister und Facharbeiter, die künftig mit dem Werkstoff arbeiten. Vorausgesetzt wird handwerkliches Grundwissen (Zeichnungen lesen, Grundbegriffe von Zerspanung und Schweißen), keine Vorkenntnis zu Panzerstahl.
Was Sie danach können
- erklären, warum Panzerstahl seine Schutzwirkung allein aus dem Wärmebehandlungszustand bezieht und warum jeder wärmeeinbringende Fertigungsschritt kritisch ist
- die Härteklassen RHA, HHA, VHH, UHH und XHH unterscheiden und wissen, ab welcher Härte nicht mehr geschweißt wird
- für Trennen, Zerspanen, Biegen und Schweißen benennen, was bei Panzerstahl anders läuft als bei Baustahl: Vorwärmen, Spannen ohne Magnet, Wärmeführung
- Vorwärm- und Zwischenlagentemperatur einordnen und wissen, warum Panzerstahl nach der Lieferung nicht mehr wärmebehandelt werden darf
- Restmagnetismus und Blaswirkung erklären und Magnete konsequent vom Werkstoff fernhalten
- ein belastbares Prüfprotokoll beschreiben, in dem Temperatur, Wasserstoff und Restfeld genauso Prüfmerkmale sind wie Maße
- die Herstellerqualifikation nach DIN 2303 einordnen und wissen, warum Q1 bis Q4 keine Steigerungsleiter ist
- die zwölf häufigsten Fehler kennen, die zu Ausschuss, Reklamation oder Personenschäden führen, und wie man sie vermeidet
So läuft der Kurs
Neun Lektionen mit rund 170 Minuten Lesezeit, in beliebig vielen Sitzungen: Werkstoff und Härteklassen, Trennen, Zerspanen, Biegen, Schweißen (Verfahren und Zusatzwerkstoffe, Wärmeführung und Restmagnetismus), Prüfung und Dokumentation, Regelwerk im Überblick. Nach jeder Lektion Wissensfragen, am Ende ein Abschlusstest mit 20 Fragen aus dem Prüfungspool, Bestehensgrenze 70 Prozent, drei Versuche. Wer besteht, erhält das Teilnahmezertifikat als PDF. Der Zugang gilt 90 Tage ab Freischaltung, ohne Konto.
Was der Kurs nicht ist
Kein Ersatz für die Herstellerqualifikation nach DIN 2303 und keine Schweißerprüfung. Er bereitet den Betrieb auf den Einstieg vor und zeigt, wo die eigenen Abläufe vor dem ersten Panzerstahlauftrag angepasst werden müssen.

