Für wen
Metallverarbeitende Betriebe (Zerspanung, Umformung, Stahlbau) – Meister, Facharbeiter, Qualitätssicherung, Werkleitung, Geschäftsführung –, die verstehen wollen, was bei der Wärmebehandlung von Stahl fachlich passiert und welche Normen und Nachweise dabei eine Rolle spielen. Keine werkstoffkundlichen Vorkenntnisse nötig, technisches Grundverständnis aus der Metallverarbeitung hilft. Ein allgemeiner Grundlagenkurs zu unlegierten und niedriglegierten Stählen, kein Speziallehrgang zu Panzerstählen.
Was Sie danach können
- die Grundgefüge des Eisen-Kohlenstoff-Systems (Ferrit, Austenit, Perlit, Martensit) im vereinfachten Diagramm einordnen
- Härten, Anlassen, Vergüten und die drei gängigen Glühverfahren (Weich-, Normal-, Spannungsarmglühen) unterscheiden und ihren jeweiligen Zweck benennen
- einordnen, warum hochfeste Feinkornbaustähle wie S690QL und S960QL bereits vergütet geliefert werden und was das für die Weiterverarbeitung bedeutet
- die häufigsten Fehlerquellen (Verzug, Rissbildung, Anlassversprödung, falsche Abkühlgeschwindigkeit) benennen
- einordnen, welche Nachweise (u. a. nach DIN EN 10204) in der Lieferkette gefordert werden, insbesondere in der wehrtechnischen Zulieferung
So läuft der Kurs
Acht Lektionen mit 120 Minuten Lesezeit, in beliebig vielen Sitzungen. Normbezeichnungen sind recherchiert und mit Quelle belegt (u. a. DIN EN ISO 4885, DIN EN ISO 683, EN 10025-6); Temperaturangaben sind als recherchierte Bandbreiten gekennzeichnet, nicht als exakte Einzelwerte. Am Ende ein Abschlusstest mit 16 Fragen, Bestehensgrenze 70 Prozent, drei Versuche. Wer besteht, erhält das Teilnahmezertifikat als PDF.
Was der Kurs nicht ist
Kein Speziallehrgang zu Panzerstählen (Armox, Ramor, Secure) oder herstellerspezifischen Gütevorschriften. Keine Randschichthärteverfahren, ZTU-Schaubilder oder Jominy-Versuch im Detail. Keine werkstofftechnische Beratung im Einzelfall und keine Freigabe einer konkreten Wärmebehandlungsvorschrift.

